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  1. Zunächst muss ich sagen, dass ich die neue ZIMS-Ausgabe grundsätzlich wieder sehr gelungen finde. Das Layout ist wirklich sehr ansprechend und die Inhalte von großem aufklärerischen Wert. Dazu ein riesengroßes Lob an alle Beteiligten! Ich habe dennoch 3 Kritikpunkte:

    Zum Thema Paramedizin: ich hadere auch mit der Homöopathie. Ich verstehe sie nicht. Ich begreife den Ansatz, Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Das macht für mich in Bezug auf die natürliche Immunreaktion des Körpers wirklich Sinn. Allerdings verstehe ich die Extremverdünnungen nicht und mir ist auch nicht klar, wie danach noch Wirkstoffe in einer Lösung sein sollen. Allerdings habe ich 2x in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass das half. Als mein Sohn im Säuglingsalter starkes Fieber hatte, half ihm Belladona. Und zwar genau wie beschrieben. Zunächst mit einer kurzen Erstverschlimmerung, um dann ganz zügig wieder normaltemperiert zu sein. Diese Wirkung konnte ich ihm auch aufgrund seines Alters definitiv nicht schönreden. Darüber hinaus hatte ich nach der Geburt mit einem sehr unangenehmen Babyblues zu tun und heulte tagelang nur durch. Meine Hebamme gab mir Pulsatilla, und ich hatte innerhalb von Stunden endlich wieder einen seelischen Normalzustand erreicht. Ja, vllt Placebo. Aber definitiv ohne Nebenwirkungen.

    Außerdem denke ich, dass es durchaus gute Heilpraktiker gibt, die ein umfangreiches Wissen über z. Bsp. auch Heilkräuter haben, deren Wirkung meiner Ansicht nach nicht bestritten werden kann. Ich finde es sogar extrem schade, dass dieses Wissen so stark verkümmert ist.

    Die im Artikel beschriebenen Todesfälle nach alternativer Krebsbehandlung sind absolut nicht hinzunehmen und die Methode sicher zu verurteilen. Aber das heißt für mich noch nicht, dass deshalb alles abzulehnen ist, was aus dieser Richtung kommt. Denn selbst wenn die Homöopathie nicht erklärbar ist mit unseren heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen an Beweisführung einer Heilwirkung, so hat sie sich doch dennoch scheinbar über viele Jahre hin bewährt. Wie käme es sonst, dass so viele Menschen darin Hilfe und Heilung suchen? Was nichts bringt, wird sich auch nicht durchsetzen. Das glaube zumindest ich. Und auch wenn der Nachweis der Wirkstoffe wissenschaftlich unmöglich ist, halte ich eine Wirkung dennoch für möglich. Man kann die Liebe auch nicht prozentual messen, obwohl sie unterschiedlich stark empfunden werden kann.

    Ich fand auch, dass sich Frau Beßler bei Sven Böttcher für ihren „Guruartikel“ entschuldigen sollte. Allerdings kommt die Entschuldigung in dem Artikel „Lese-Chlamydien“ bei mir extrem polemisch an. Denn wenn sie schreibt: „…denn wenn ich gewusst hätte, dass das … Buch… existiert, wäre ich vermutlich nicht so streng mit ihm gewesen“ dann klingt das für mich nach: „ wenn ich gewusst hätte, dass es noch Schlimmere gibt als Sie…“! Schade. Das ist für mein Empfinden unnötig und passt nicht zu den sonst so korrekten Ausdrucksweisen in den anderen Artikeln.

    Und zuletzt mag ich noch was zum Artikel „Angst zu Essen“ schreiben. Ja, es gibt bestimmt keine Idealdiät oder Ernährungsregeln für alle und jeden. Bestimmt nicht. Aber ich finde dennoch, dass ein jeder, ob krank oder nicht, über sein Essverhalten durchaus nachdenken kann. Einerseits sind Teile unserer Ernährungsmöglichkeiten ethisch für ein aufgeklärtes Volk, wie wir es sind, nicht vertretbar. Darüber hinaus halte ich es für bedenklich, wenn in verschiedenen Nahrungsmitteln eine ordentliche Menge an Zusatzstoffen, Hormonen, Pestiziden etc. zu finden sind. Wer kann da noch sagen, was wir als Mensch wie tolerieren und wie das vor allem auch wechselwirksam in unserem Körper miteinander interagiert? Und ich finde, wer mit einem chronischen Entzündungsgeschehen im Körper zu leben hat, kann durchaus über den „Treibstoff“ (Essen) nachdenken, um diese Prozesse nicht noch zu befeuern.
    Ich bin sicher, dass der größte Teil unseres Immunsystems im Darm sitzt. Und genau deshalb halte ich es für schlau, diesen winzig kleinen Helfern, die nur meine Gesunderhaltung im Sinn haben, eine anständige Nahrungsgrundlage anzubieten. Hier kann ich mich selbst als Studienproband benennen. Ich habe außerordentlich interessante Erfahrungen mit Veränderungen meiner Ernährung gemacht. Und wer an Fatigue oder Stuhlgangproblemen leidet, kann bestimmt durch Weglassen oder Hinzufügen versch. Nahrungsmittel eine Besserung erzielen. Und auch hier gilt, dass nicht alles für jeden gleichermaßen gilt. Aber ich halte den Versuch, so zu einer Verbesserung seiner Lebensqualität zu gelangen, für zunächst erstrebenswert. Abgesehen davon, was man der Umwelt an Schutz zu Gute kommen lassen kann. Abgesehen von der gesünderen Darmflora. usw. usf.

    Trotz meiner Kritik möchte ich abermals betonen, dass hier wieder eine hervorragende Arbeit geleistet wurde. Und dass es sicherlich von den Damen auch nicht unerwünscht ist, konstruktiv in den Dialog zu treten bzw. Kritik zu üben.

    M.

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