Studienergebnisse „Kommunikation bei Multipler Sklerose“ (KoMS) veröffentlicht

Die Studie „Kommunikation bei Multipler Sklerose“ (KoMS) des Fachbereich Public Health an der Universität Bremen hat knapp 200 MS-Patienten aus dem ganzen Bundesgebiet dazu befragt, wie sie das Gespräch mit ihrem Arzt bei der Diagnoseübermittlung und der Therapieplanung wahrgenommen haben. Das Ergebnis: bei der Diagnoseübermittlung wurde nicht immer Privatsphäre gewahrt, so gaben mehr als 30% der Befragten an, dass ihnen die Diagnose im Mehrbettzimmer, also im Beisein von Bettnachbarn übermittelt wurde. Einige Patienten haben nur durch Mithören eines Gesprächs über sie von der Diagnose MS erfahren. Darüber hinaus fand das Gespräch häufig in einem sehr kurzen Zeitrahmen statt, 19% der Befragten gaben an, dass das Gespräch immerhin zehn Minuten dauerte, bei 42% war die Diagnose gar in fünf Minuten oder weniger übermittelt. Auch die empathischen Fähigkeiten des Arztes wurden häufig als mittelmäßig oder als kaum vorhanden befunden, so dass 45% der Befragten die Diagnoseübermittlung mit den Schulnoten als „mangelhaft“ oder„ungenügend“ bewerteten. Informationen über die Erkrankung wurden bei der Mehrheit der Befragten überhaupt nicht oder kaum ausreichend gegeben. Ähnlich verhält es sich beim Thema „Therapieplanung“, die, obwohl dazu keine Notwendigkeit besteht, bei einem Drittel der Befragten noch am selben Tag wie die Diagnoseübermittlung erfolgt ist. Die Befragten hätten sich auch hier mehr Informationen gewünscht, wurden also nicht umfassend aufgeklärt.

Schauen Sie sich gerne auch die Pressemitteilung des Fachbereichs und die Originalarbeit an.

PressemitteilungKoMS17.10.            Masterarbeit KoMS

 

One comment

  1. Spannend und traurig zugleich,
    man möchte sich wünschen, dass neue NEUrologen in nicht allzuferner Zukunft mit den Ergebnissen der Studie konfrontiert werden, dass dadurch die Arzt-Patienten-Kommunikation bei der Diagnose-übermittlung und Therapieplanung von MS eine deutliche Verbesserung erlebt.

    Ja, auch und besonders
    für die Therapieplanung
    für Aufzeigen von Alternativen
    für den Verweis auf Physiotherapie

    Menschen mit Multiple Sklerose haben mehr Behandlungsoptionen als nur die sogenannte Basistherapie oder Eskalation !

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